„Lenkpause“ bekommt den „Innovatio-Preis“

Hegauer Projekt in bundesweiten Wettbewerb ausgezeichnet

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Singen. Das Hegauer Projekt »Lenkpause« wurde am Dienstagabend mit dem bundesweit ausgeschriebenen »Innovatio Sozialpreis 2019«. Der hochdotierte Preis wurde am Dienstagabend von Urs Keller (Diakonie Baden) und Prälat Dr. Peter Neher (Präsident des Deutschen Caritasverband) verliehen, im Beisein von Schriftsteller Arnold Stadler, der in die Verleihungsfeier mit einem Interview einführte. »Dieses Projekt ist in seiner Zusammensetzung schon einzigartig und verdient viele Nachahmer«, so Urs Keller bei der Preisverleihung.

Die vom Arbeitnehmerseelsorger Gianfranco Rizzuti und Dekan Matthias Zimmermann angestiftete Aktion vereint tatsächlich Kirchenvertreter, Gewerkschafter und Betriebsräte bis hin zur Polizei mit Aktionen auf den Raststätten Hegau, bei denen auf Fernfahrer zugegangen wird, die hier oft ganze Wochenenden im LKW verbringen müssen. Diese Menschen müssten oft wochenlang durch Europa fahren, für wenig Geld und in gewisser Weise auch sehr einsam, bemerkte Urs Keller in seiner Laudatio zur Preisverleihung. Dekan Matthias Zimmermann und der scheidende Betreuer der Arbeitnehmerseelsorge im Hegau, Ginfranca Rizziuti erzählten im Interview vor der Verleihung von ihren positiven Erfahrungen. Schon die Singener Vesperkirche habe einen Grundstein gelegt, Menschen einfach einzuladen um zusammen zu sein, hier wollte man noch stärker auf die Menschen zugehen. Selbst die Vielsprachigkeit dieser Menschen auf ihren langen Wegen durch Europa konnte überwunden werden und nach anfänglicher Skepsis öffneten sich diese gerne für eine Zeit der Gemeinschaft, berichteten die beiden auf der Bühne im neuen MAC2.

Die „Blauhemden“ des Projekts „Lenkpause“ präsentierten sich nach der Preisüberge nochmals aus stolze Gruppe – insgesamt sind es rund 50, die aus Kirchen und Gewerkschaften hier mitmachen. swb-Bild: of

Der von der Kirchenversicherung „vrk“, der Caritas, der Diakonie und der Zeitschrift „Chrismon“ gemeinsam initiierte Preis, der mit insgesamt 30.000 Euro ausgestattet ist und alle zwei Jahre seit 1998 vergeben wird, konnte an diesem Abend noch an das Projekt „Auf dem Weg zur freiwilligen Inklusionsagentur“ aus dem bayerischen Weilheim Schongau (2. Preis), an die „Interkulturelle Männerarbeit mit muslimischen Männern“ aus Kassel (3. Preis) und für das Projekt „Hospiz macht Schule“ des Diakoniewerks Westsachsen (Online-Voting) vergeben werden.