September 2005
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Zeitgeist des Glaubens getroffen Bereits über 15.000 Besucher in Autobahnkapelle Engen her. »Engagierte Engener und Singener Christen haben mit ihrer ausschließlich durch Spenden finanzierten Autobahnkapelle, einem hypermodernen Betonbau, den Zeitgeist des Glaubens getroffen«, hieß es in der vergangenen Woche in einem achtminütigen Bericht im Südwest-Fernsehen über die »Emmaus-Kapelle« an der Autobahnraststätte Hegau-West, die dritte Autobahnkapelle in Baden- Württemberg. Sie habe sich schon in den ersten vier Wochen nach ihrer Einweihung zu einer regelrechten Pilgerstätte für Ruhe suchende Autofahrer und wallfahrende Reisegruppen entwickelt.
Guten Besuch, vor allem an den Wochenenden, bestätigten im Gespräch mit dem Hegaukurier auch Bernhard Albrecht, stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins »Autobahnkapelle im Hegau«, sowie Gebhart Reichert, Pfarrer im Ruhestand und einer der Gründerväter der Autobahnkapelle. »Mehr als 15.000 Besucher haben die Emmaus-Kapelle schon besichtigt«, sind sie stolz. Gerne erklären sie Interessierten die Kapelle und ermöglichen ihnen einen besseren Zugang zu deren Besonderheiten. Dazu zählen unter anderem die drei Kreuze, die drei mächtigen Bildtafeln des Sigmaringer Künstlers BernhardMaier und der »Emmaus-Weg«, der schnurgerade Gang durch die Kapelle mit dem Blick in die endlose Weite Richtung Alpen, an dessen Ende an der Südseite der Kapelle ein Verbindungsweg zumEiszeitpark angelegt werden soll. Über die weitere Ausgestaltung des Vorhofs wird die Vorstandschaft des Trägervereins noch beraten, ebenso über den Platz der vom Erzbistum Freiburg zugesagten Pieta. Zwei Tage lang war das Team vom Südwest-Fernsehen vor Ort und drehte acht Stunden lang. Dabei erlebten die Fernsehleute auch die »zweite Einweihung der Kapelle und Inbesitznahme durch junge Menschen«, wie Dekan Heinz Neckermann es ausdrückte, nämlich die Sternwallfahrt und den Jugendgottesdienst innerhalb der »Tage der Begegnung« im Hegau vor dem Weltjugendtag. »Seit dem Fernsehbericht kommen nicht nur Durchreisende, sondern auch Interessierte von weiter her eigens zur Besichtigung der Kapelle in den Hegau«, freut sich Bernhard Albrecht. Die zahlreichen Einträge im großen Fürbitten-Buch spiegeln das Bedürfnis großer und kleiner Besucher wider, Wünsche, Bitten und Gedanken niederzuschreiben. Über 160 Seiten sind schon dicht beschrieben. Albrecht engagiert sich nicht nur als »Messner« und schaut zweimal täglich nach dem Rechten, füllt Kerzen nach, regelt Temperatur und Lüftung, sondern stellt aus selbst gefertigten Federzeichnungen und Fotos von der Autobahnkapelle aus allen Perspektiven und zu allen Tageszeiten geschmackvolle Doppelkarten her, die reißenden Absatz finden. »Weit mehr als 7.000 Kerzen und 1.000 Bildkarten wurden schon verkauft«, zieht Albrecht Bilanz. Eine große Besucherzahl bedeutet auch entsprechend großen Reinigungsbedarf. Zur regelmäßigen Reinigung hat sich Familie Ewald Böhrer aus Biesendorf bereit erklärt und sorgt für einen gepflegten Zustand der »Emmaus-Kapelle«. Derzeit ist die »Emmaus-Kapelle« täglich von 6 bis 21.30 Uhr geöffnet, im Winter sind Öffnungszeiten von 7 bis 19.30 Uhr geplant. Wenn Bernhard Albrecht zwei bis drei Mal täglich in der Autobahnkapelle im Hegau seinen "Mesnerdienst", wie er ihn nennt, versieht, dann kommt er manchmal nicht mehr aus dem Staunen heraus. Vor allem am Wochenende trifft er hier ganze Völkerwanderungen an, die sich auf den Weg zur Emmauskapelle machen, um einen Ort der Ruhe und Besinnung aufzusuchen, ehe die Straße die Durchreisenden wieder verschluckt und sie in alle Winde verstreut. |